Würde & Kraft – was die Entwicklung von Lebenskraft braucht

Kraftvoller werden oder die innewohnende Kraft aufbauen 

In die eigene Kraft zu kommen, ist ein essenzieller Teil des Selbstentwicklungsreise. Es erwacht der Wunsch, sich den Verstrickungen mit der Welt zu entwachsen und die eigene innere Quelle der Lebenskraft zu kultivieren. Es gibt viele Techniken und Ratgeber, die den Prozess beschreiben und kultivieren. Das Thema wird in Interviews aufgegriffen und es gibt viele Angebote dazu. Doch trotzdem gibt es nur wenige, die nicht nur hier und da kraftvoller werden, sondern grundsätzlich ihre innewohnende Lebenskraft aufbauen und ihr gesamtes Leben strömen lassen.  

Manche versuchen zur eigenen Kraft durch den Weg mentaler Stärke zu gehen. Manche setzen Willenskraft und Disziplin ein. Und wiederum andere versuchen durch eine kontemplative Mitgefühlspraxis, die tiefere uns innewohnende Kraft Schicht um Schicht sanft freizulegen. Es gibt unzählige Übungen und Ansätze. Und viele von diesen Wegen helfen tatsächlich Kraft zu kultivieren.  

Kraftkultivierung als Konflikt mit der Welt 

Kraftkultivierung in diesem Sinne ist Einlassen auf den Konflikt mit der Welt, oft stressig mit jedem neuen Schritt. Die Welt offenbart sich wie ein Minenfeld, in dem wir uns versuchen durchzusetzen. Endlich in der Beziehung die Wahrheit sprechen. Endlich sich nicht mehr vom Chef kleinmachen lassen. Endlich für die Kinder eine Autorität darstellen. Endlich souverän die eigenen Bedürfnisse kommunizieren. Kraft zu leben, bleibt ein Kampf, den wir hoffen zu gewinnen.  

Und sich auf den Kampf einzulassen lässt uns kraftvoller werden. Die Angstgrenzen von Sichtbarkeit und Eigenständigkeit werden verschoben und wir werden aktivere Mitspieler im Lebensdschungel.  

Durch Krafttechniken können wir kraftvoller werden, jedoch bleiben wir hungrig. Irgendwo ganz tief in uns zittert es weiter, zweifelt es weiter und fürchtet sich vor der nächsten Konfrontation. Die Kraft kommt, doch ein grundsätzlicher Konflikt mit dem Leben bleibt. Der sanfte Frieden, das Vertrauen und das tiefe Ausatmen in Sicherheit fehlt.  

Wenn Kraft zusammenbricht 

Oft zeigt es sich in einer Erschöpfung oder Zusammenbruch. Mit Anstrengung setzen wir die Kraft ein, bauen etwas auf und nach einer Weile, seien es Stunden oder Jahre, bricht es wieder zusammen. Das Business, die Beziehung, das kreative Schaffen. Was ist passiert? Irgendwann sind wir zu erschöpft dranzubleiben, es weiter zu probieren oder den Fehler zu finden. Die Kraft baut sich auf, doch bricht ohne ersichtlichen Grund zusammen und findet nur mit Anstrengung einen manifestierten Ausdruck. Wir stecken die Energie hinein, der Erfolg bleibt aus. Irgendwo stecken wir fest, drehen uns im Kreis und sehen keinen Weg unsere wahre Lebenskraft nachhaltig in die Welt zu bringen. 

Und das erleben die meisten Menschen, auch jenseits von falscher Stärke bei authentischer Kraftpraxis. Sie versuchen mit noch mehr Bewusstseinspraxis und Heilung, ihre Kraft weiter kraftvoller zu machen, sodass sie sich endlich durchsetzen kann. Ein nährender Boden für spirituellen Burn-out. Woran liegt es, dass manche nur kraftvoller werden und manche wirklich in ihre Kraft kommen und sie leben? 

Vor der Kraft das Fundament 

Der Unterschied liegt nicht in der Kraftpraxis, sondern in der Frage nach dem Fundament für die Lebenskraft. Viele Techniken beschäftigen sich mit der Kultivierung von Kraft. Doch der Schritt davor, wird nicht tiefgreifend genug erforscht. Wenn wir Kraft aufbauen wollen, brauchen wir ein Fundament, auf dem die Kraft stehen kann.  

Lebenskraft trägt die Wahrheit des Seins in sich und ergießt sich die Form. Kraftvoller werden bedeutet, dass mehr Lebenskraft Form annimmt. Unsere Körper füllen sich mit ihr, unsere Worte entspringen ihr und unsere täglichen Handlungen sind von ihr animiert. Unsere Beziehungen, Jobs und Lebensweisen richtet sich nach ihr aus. Unser Lebensrhythmus entsteht aus dem Herzschlag der ewigen Kraft.  

Doch wenn das Fundament gebrochen ist, kann die Lebenskraft keine Form annehmen. Alle Praktiken, die die Kraft aufbauen wollen, scheinen zu scheitern oder nur minimalen Erfolg zu bringen. Es scheint nicht zu funktionieren. Die Lebenskraft, die alles Leben lebendig macht, wird nicht zu einer unzerstörbaren, stetig begleitenden Größe. Und trotz spiritueller Praktiken bleibt das Leben in der Tiefe leer und anstrengend. Der leichte Fluss des Lebens, wovon die Meister sprechen, stellt sich nicht ein. 

Würde als Nährboden der Lebenskraft 

Bevor Lebenskraft sich aufbauen kann, braucht es ein stabiles Fundament, was die Kraft hält, nährt und unterstützt. Das Fundament für Lebenskraft ist der Nährboden des Seins. Und dieses Fundament entsteht durch Würde.  

Würde ist die essentielle Anerkennung von Leben als lebenswert – vor jeder Form. Würde verbindet uns mit der Urvibration allen Lebens, mit der Erkenntnis von unpersönlicher Lebendigkeit weit jenseits von Worten. Wenn wir tiefverwurzelte Würde in uns tragen, wissen wir, dass die in uns vibrierende Kraft gelebt werden kann und muss. Wir können sie genießen und folgen ihr, schenken ihr Raum zum Sein. Es ist unsere geliebte Pflicht ihr treu zu sein. Wir erleben eine Liebesbeziehung mit dem Leben. 

Wenn die Würde gebrochen ist, kommen Zweifel am eigenen Sein auf. Der Wert des Lebens kann in Frage gestellt werden. Es ist offen, ob Lebenskraft wirklich da sein darf. Bedingungen und Regeln, für wann und wie sie da sein darf, entstehen. Sie wird eingeschränkt, kontrolliert oder negiert. Die essentielle Ablehnung von Leben erscheint als eine abzuwägende Option. Wir versuchen das Recht zu sein mit Eigenschaften, Erfolgen und Errungenschaften zu bekommen. Wir beginnen uns für unser Dasein zu rechtfertigen und zu erklären.  

Ohne Würde kann in jedem Moment die zu fließen beginnende Lebenskraft in Frage gestellt werden. Darf ich so leben? Bejahen die anderen das ich so lebe? Komme ich in Gefahr, wenn ich dieser Kraft folge? Wir kommen mit tiefen Todesängsten und erschütternden Lebenszweifeln in Kontakt. 

Mit Würde fallen alle Zweifel um die Lebbarkeit des wahren Wesens weg. Unser Leben wird ganz in der Tiefe, als essenzielles Vibrieren von Lebensenergie, anerkannt und geachtet. Leben ist lebenswert. Punkt – kein Raum für Diskussionen. Wenn Würde in uns energetisch-köperlich bebt, achten wir das Leben in uns und erkennen es an. Wir sind verbunden mit dem, was uns in der Essenz ausmacht. Ich bin. Die Stürme des Lebens können dies nicht in Frage stellen.  

Schattenarbeit um innewohnende Würde des Lebens zu rehabilitieren 

Um ein Fundament für die uns innewohnende Kraft aufzubauen, braucht es tiefe Schattenarbeit. Im tiefen Schatten zeigt sich, wo die Würde verletzt und aberkannt wurde. Die Zusammenhänge zwischen Würde und das Leben von Wahrheit und Kraft zeigen sich. Die falschen Identitäten von Unwert, Schmerz und Abhängigkeit können wie alte Kleider abgelegt werden. Die Erfahrung von Verletzung und Angriff auf das Leben können betrauert werden. Korrektur und Heilung kann stattfinden. Unsere Würde, der Wert des Seins, wird rehabilitiert.  

Mit einer rehabilitierten Würde ist es plötzlich unvergleichlich viel einfacher und tatsächlich möglich der Lebenskraft ohne Frage Raum zu geben. Kraft aufzubauen und zu kultivieren, in jede Zelle fließen zu lassen, wird zu einer Natürlichkeit. Zweifel anderer hauen nicht mehr um, einschränkende Systeme verlieren an Macht. Wir können die unbeschreibliche, uns ewig innewohnende Kraft des Lebens wieder erfahren. Erst mit dem Fundament der Würde machen Kraftpraktiken wirklich durchschlagenen Sinn und führen zum Erfolg, obgleich sie auch bereits helfen den Wunden der Würde zu begegnen. 

Es ist ein Prozess, der Zeit und Hingabe bedarf. Eine Reise in die Tiefen des Bewusstseins, die viele Herausforderungen in sich birgt. Wir sind mit den Urwunden des menschlichen Seins konfrontiert. Es ist eine tiefe, verkörperte Auseinandersetzung mit dem, was es heißt Leben zu sein und was die Würde als Urpuls des Seins verschüttet hat. Es ist eine Wiederentdeckung von dem, was uns frei gegeben ist – Würde als unabdingbarer Nährboden für den nachhaltigen Aufbau von Lebenskraft. 

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Für alle im forschenden Ringen mit dem Leben dient der Blog als Unterstützung, um innerlich leben zu lernen. Er thematisiert Wege durch das Dickicht der inneren Auseinandersetzung und gibt Inspirationen, um das Leben aus dem Schatten zu befreien und neu kennenzulernen. Dabei schreibt Sara Gnanzou aus bewegten Worten ihrer Forschungen, um Forschungen anzuregen – die Beziehung mit der Göttin, der schöpferischen Lebenskraft, lebendig werden zu lassen und sich mit ihr schöpferisch intelligent durch das Leben zu bewegen.

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